Sonntag, Juni 12, 2016

Außer Gefecht gesetzt

Jan außer Gefecht gesetzt

- Tatortbericht -

Auf seiner täglichen Runde um den Hafen mit anschließender Fahrt zum Rüstringer Berg, wurde Jan gestern von der zivilen Wache der Bundeswehr, an der Ampelkreuzung Ölhafendamm / Friesendamm abrupt ausgebremst und an der Weiterfahrt auf dem nicht abgesperrten Fahrradweg in Richtung zum Jadebusen gehindert.

Als Jan den dort eingesetzten Wachmann auf die unklare Ausschilderung aufmerksam gemacht hat, verwies dieser auf  die Befehle die er von übergeordneter Stelle hatte und forderte Jan auf ihm seinen Ausweis zu zeigen. Der Aufforderung ist Jan nachgekommen. 
Jans Bitte an den Wachmann ihm seinen Auswies zu zeigen und seinen Vorgesetzten zu informieren ist der nicht nachgekommen.

Als Jan danach weiterradeln wollte, wurde er vom Wachmann festgehalten. Dieser forderte nun im Gegenzug telefonisch Verstärkung an. Etwa zwei Minuten später sah sich Jan vier Wachmännern gegenüber die aber allesamt nicht auf seine höflich vorgetragenen Hinweise eingingen und ihn stattdessen zur endgültigen Aufgabe seiner Fahrradtour zum Ölhafen "überredeten".

Weil Jan die Umwegstrecke zum Ölhafen, auf die er von den Wachmännern hingewiesen wurde kennt, und er dort aufgrund einer schadhaften Pflasterstelle auf der Ausweichroute  bereits einmal schwer gestürzt war, hat Jan sein Reisevorhaben für den gestrigen Nachmittag aufgegeben und wollte wieder nach Hause radeln.

Nach dem Verlassen des ungastlichen Streckenabschnittes hat Jan außerhalb der Straßenabsperrung zum Stützpunkt noch einmal gestoppt, sein Fahrrad abgestellt und von außerhalb des gesperrten Bereiches ein Foto von der seiner Ansicht nach unklaren
Absperrungsausschilderung, die den Fahrradweg nicht mit einbezog, geknipst.




Was nun folgte war so brutal....

...dass es Jan im Nachhinein noch schwer fällt, ohne beleidigend zu wirken, die rechten Worte zu finden um das Geschehen zu schildern.

In Fahrt befindlich wurde Jan urplötzlich, ohne Vorwarnung von hinten feige aber mit roher Gewalt so brutal vom Fahrrad gerissen, dass er stürzte, sein Fahrrad zu Boden krachte und seine Spiegelreflexkamera aus der Kameratasche auf den gepflasterten Boden flog.

Als sich Jan total schockiert wieder hochrappeln wollte, wurde er wiederum von hinten angegriffen und mit Gewalt zu Boden geworfen und am Straßenrand von einem Wachmann mit eingeübten Haltegriff mindestens vier Minuten lang mit roher Gewalt fixiert. Der Wachmann kniete dabei auf Jans Rücken und hat ihm ziemlich heftige Schmerzen zugefügt. Das hat Jan dem Mann auf seinem Rücken am Boden liegend auch
unmissverständlich, aber ohne ausfallend zu werden, deutlich gemacht. Dennoch wurde der Griff nicht gelockert, sondern im Gegenteil , so hatte Jan den Anschein, noch heftiger angezogen. Im Zusammenhang mit  dem geschilderten Ereignis weist Jan hier ausdrücklich darauf hin, dass er sich zu keiner Zeit unhöflich verhalten hat und auch keine körperliche Gegenwehr angewandt hat.

Ingesamt sechs Passanten, die aus dem abgesperrten Bereich heraus kommend, ihre Fahrräder schiebend den Ort des gewaltsamen Geschehen in unmittelbarer Nähe passierten, gingen nicht auf Jans Bitte, sich als Zeugen der "Gewalttat" bereitzuhalten ein und entfernten sich kommentarlos vom wenig gastlichen Ort.
Dies war eine sehr schlimmste Erfahrung, die Jan von diesem unschönen, gewaltsamen Ereignis wohl für immer in Erinnerung bleiben wird!

Auch ein paar Feldjäger, die mit ihrem PKW dort hielten und Jan noch am Boden liegend sahen, hielten es nicht für nötig, sich um ihn zu kümmern oder nach dem Rechten zu sehen.

Irgend jemand hatte aber anscheinend doch Mitleid mit dem 73 Jahre alten Mann, denn plötzlich rauschte mit Blaulicht ein Zivilfahrzeug der Polizei zum "Tatort" heran. Als der Wachmann auf  Jans Rücken das hörte, gab er den bis dahin fest Fixierten frei, riet ihm gönnerhaft, "so jetzt können sie wieder aufstehen". Jan blieb aber total geschockt weiter am Boden und rappelte sich erst hoch als ihn der Polizist über ihm aufforderte seinen Ausweis vorzuzeigen. (Jans Fahrrad war inzwischen wieder aufgerichtet worden und, das hatte Jan am Boden fixiert beobachtet, seine hochwertige Kamera war von einem anderen Wachmann danach schnell wieder in die Kameratasche am Rad verstaut worden)

Der Polizeibeamte, so hatte Jan das subjektive Empfinden, schlug sich gleich auf die Seite der vier Wachmänner. Als Jan ihm schildern wollte, wie er brutal von hinten vom Fahrrad gerissen und nahe der dortigen Fußgängerampel, außerhalb des abgesperrten Bereiches, attackiert worden war, ging er gar nicht darauf ein und äußerte sich im Gegenteil so, dass Jan von einer Anzeige des ziemlich rechlosen Gewaltaktes absehen wird.

Jan der nach dem brutalen Übergriff auf ihn starke Schmerzen im Bereich  Rippen Halswirbel dem rechten Handballen und seinem linken Knie hatte, hat sich sicherheitshalber ärztlich durchchecken lassen. Es wurden aber Gott sei Dank keine Brüche sondern nur eine Rippenprellung diagnostiziert.


Konsequenz

Jan, der einst selbst Soldat war und im Marinestützpunkt Wilhelmshaven  viele Jahre lang gedient hat, stellt nach dem brutalen Vorgehen der Stützpunkt-Zivilwache gegen ihn, obwohl  ihm das bisher viel Spaß gemacht hat, ab sofort seine Berichterstattung über die dort stationierten Schiffe ein, weil ihm seine körperliche Unversehrtheit doch wichtiger ist als die Fotos, welche er dort weiter für diese seine Internetseite hier knipsen könnte.

Jan wird das auf ihn schockierend wirkende, brutale Vorgehen der Stützpunktwache mit einer Kopie des hier veröffentlichen  Textes auch  dem Stützpunktkommandeur zukommen lassen.

Von einer Anzeige sieht Jan, aus den oben angedeuteten Gründen ab.

Kommentare:

hebo hat gesagt…

Das ist ja wohl ungeheuerlich. Was meinen diese Zivilwächter denn, wer sie sind. Und auch die Feldjaäger schauen weg??? Unfassbar sowas.
Gute Besserung an Jan!!!

Roland Wiegran hat gesagt…

Vielen Dank hebo

Gruß Roland

Anonym hat gesagt…

Habe soeben Frau Ministerin von der Leyen über den Vorfall berichtet
und um Prüfung und Stellungnahme gebeten.

Weiterhin habe ich die WZ den link zugespielt.

Mit freundlichem Gruß

Frank Dost

nordicocean

Roland Wiegran hat gesagt…

Hallo Frank,

danke für Deine Post.
Habe eine Kopie meines Berichtes per Einschreiben an den Stützpunkt-Kdr geschickt.
Eingang ist schon betätigt.

Mit freundlichem Gruß

in den tiefen Westen

Roland

Anonym hat gesagt…

Hallo Jan,

Frau von der Leyen hat, trotz der Tatsache, dass ich ihr die Mail mit Link an ihre MdB-Adresse (mail) versandt habe, trotz eines Reminders, nicht geantwortet, beziehungsweise antworten lassen

Ein schönes Beispiel, wie sich Frau Ministerin, gegenüber ihrem Souverän verhält!

Ich hoffe es geht Ihnen gut. - Und, in aller Offenheit, an ihrer Stelle hätte ich eine Strafanzeige erstattet!

Gruß
Frank
von/aus
"Tief aus dem Westen"

Roland Wiegran hat gesagt…

Hallo Frank

ja, das hätte ich machen sollen. Das war eine ziemlich schmerzhafte Sache und ich bin immer noch nicht durch damit.

Zur Information,
der Stützpunktkommandeur hat mir mit Post vom 15.06. mitgeteilt, dass er eine "interne Untersuchung" zum geschiderten Sachverhalt einleiten wird.

Seitdem nichts mehr gehört,

aber die werte Frau Ministerin will auf ihrer "Sommerreise" auch die Marine in Schlicktau besuchen.

Gruß Roland



Anonym hat gesagt…

Moin moin . Ich lese erSt jetzt, was passiert ist.Schade, dass so etwas in unseren Rechtsstaat geschieht.Alles Gute aus Friesland.

Anonym hat gesagt…

Gibt es schon was neues zu dem Fall?
Hat sich Stützpunktkommandeur gemeldet?

Roland Wiegran hat gesagt…

Nichts Neues bis jetzt!
Schlechte Öffentlichkeitsarbeit in der Angelegenheit seitens der zuständigen Herrschaften im Stützpunkt, so erscheint es mir.

Gruß

Roland