Freitag, Dezember 22, 2006

Wissenswertes (7)

Der Heimatwimpel

Der Heimatwimpel wird dann gesetzt, wenn das Kriegsschiff einmal um die Erde gefahren ist oder sich ohne Unterbrechung über ein Jahr lang in außerheimischen Gewässern aufhielt.

Der „Homward bound pennant“, wie ihn die US-Seelords nennen, ist an Bord in keinem Flaggenstell vorrätig. Er wird in der Regel von den Besatzungsangehörigen selbst angefertigt.

Der Wimpel, ein überdimensionaler Kommandowimpel, ist so lang, dass seine mit Messingkugeln beschwerten Enden im Kielwasser nachschleifen können.

Er wird im Topp vorgehisst wenn das Kriegsschiff auf der Heimreise nach der Erdumrundung den letzten ausländischen Hafen verlässt und weht nach Ankunft im Heimathafen bis zur dritten Abendflaggenparade, bei der er niedergeholt wird.

Das Setzen des Heimatwimpels ist alte Marinetradition und stammt aus der Zeit, als die Segelschiffe manchmal jahrelang fernab der Heimat blieben bis sie schließlich heimkehrten.

In einer Dienstvorschrift (Blue Jacket Manual) der US-NAVY wird der Heimatwimpel folgendermaßen beschrieben:

„Der Wimpel ist blau am „Hoist“ (dem Teil an dem er am Mast befestigt wird) und trägt auf dem blauen Untergrund einen weißen Stern für die ersten neun Monate in Übersee. Für jedes zusätzliche Halbjahr einen weiteren weißen Stern. Der Rest des „Homward bound pennant“ ist rot/weiß in Längsrichtung gestreift. Der Wimpel ist einen Fuß lang für jede Person an Bord welche länger als neun Monate außerhalb der Staaten verbrachte, aber nie länger als das Schiff selbst.

Nachdem der Heimatwimpel niedergeholt ist, wird er durch Zerschneiden aufgeteilt. Der Kommandant erhält den blauen mit Sternen besetzten Teil. Der Rest ist korrekt entsprechend der Anzahl der Crew, an die Besatzungsangehörigen zu verteilen.“

Jeder Soldat, ganz gleich unter welcher Flagge er den Heimatwimpel abgefahren und erdient hat, ist stolz auf dieses Stück Stoff mit dem sich für ihn viele Erinnerungen verbinden.

Das Fahren unter Heimatwimpel ist keine alltägliche Angelegenheit. Innerhalb der Bundesmarine ist es normalerweise nur den Schulschiffen vorbehalten, diesen Wimpel zu setzen wenn sie wieder einmal von einer langen Weltreise zurückkehren.

Ein britisches Unterseeboot der "Oberon-Klasse"
kehrt in seinen Stützpunkt zurück
-Der lange Wimpel am Sehrohr, der "Heimatwimpel" zeigt an, dass sich
das Boot über ein Jahr lang in außerheimischen Gewässern aufgehalten hat-


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