Donnerstag, Oktober 12, 2006

Strand- und Watterkundung (7)

Im Watt

Die nun einsetzende Flut zwingt die Wattwanderer zur Umkehr. Durch die tief ins Watt eingeschnittenen Priele strömt das Wasser bereits mit erstaunlicher Geschwindigkeit zurück und macht auf die drohende Gefahr aufmerksam, der sich unkundige Wattläufer aussetzen, falls sie ohne einen Wattführer unterwegs sind.

Im Verlauf einer normalen Flut, bei der das Wasser in Wilhelmshaven um zirka 3,50 m steigt, strömen etwa 450 Millionen cbm Wasser in den Jadebusen. In den Prielen erreicht das Wasser dabei eine Strömungsgeschwindigkeit von nahezu 10 km/h und kann dem Wattwanderer, der die Gefahren im Watt unterschätzt hat, den Rückweg abschneiden.

Entlang der Grodenkante führt die Wanderroute zurück zum Deich.

Das auflaufende Wasser rückt bedrohlich schnell nach und hat die eigenen Spuren im Sand längst überspült. Auf den jetzt noch trocken liegenden Salzwiesen haben sich Silberdisteln, Salzmieren, Strandsoda und andere genügsame Pflanzen im nährstoffarmen Boden angesiedelt und trotzen kleinblättrig der salzhaltigen, ständig bewegten Meeresluft.

Draußen im nun bereits erneut überspülten Watt, dort wo noch vor zwei Stunden auf dem trocken gefallenen Meeresboden nach Bernstein und Muscheln gesucht wurde, tummeln sich jetzt bereits wieder Wassersportler in ihren Booten.

Die Strandläufer indes steuern selbstzufrieden über den erlebnisreichen Nachmittag im Watt ihre Hotels an und freuen sich auf ein deftiges Abendbrot.

wird fortgesetzt

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