Donnerstag, September 21, 2006

"Emma I" (die kühne) Teil 4

Noch am gleichen Tage wurde „Emma I“ (die kühne) nach Wilhelmshaven gebracht und dort an Land gesetzt.

Hier lebt sie nun seit über vier Jahrzehnten und genießt ihren Lebensabend als invalide Frührentnerin. Meist verbringt sie die Tage im zivilen Teil des Hafens. Von einem Zerstörer der Bundesmarine flugunfähig geschossen spaziert sie auf den Molen vor der Strandhalle auf und ab und nimmt dankbar, ohne dabei bettlerisch zu wirken, das Gnadenbrot entgegen, das ihr freundliche Menschen barmherzig zuwerfen.

Zwar ist sie der Marine in ihrem Herzen bis heute freundschaftlich verbunden geblieben aber dennoch zeigt sie sich in der 4. Einfahrt, im militärischen Teil des jadestädtischen Hafens, nur dann, wenn alle Hamburg-Zerstörer draußen sind auf See. Und auch dann noch macht sie einen respektvollen Bogen um das Stabsgebäude des 2. Zerstörergeschwaders.

Wenn die jungen Marinesoldaten der heutigen Generation beim Luftzielschießen, draußen in der Nordsee im Schießgebiet nordwestlich von Helgoland keine Möwen mehr ausmachen können, so liegt das ausschließlich daran, dass „Emma I“ (die kühne) alle Ihre Artgenossen im Nordseebereich eindringlich davor gewarnt hat, die neuen Rohrwaffen auf den Schiffen der Bundesmarine zu unterschätzen.



"Emma I" (die kühne) -Jugendbild-

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