Mittwoch, August 23, 2006

Stadtpark und Ehrenfriedhof (10)

-Auf dem Ehrenfriedhof-
-Den Toten des Panzerschiffes "Deutschland"-

Dort wo den Ruder- und Tretbooten auf dem Stadtparkteich die Durchfahrt unter der Brücke in den östlichen Teil des Stadtparkkanals durch einen quer liegenden Sperrbalken versagt wird, grenzt der jadestädtische Ehrenfriedhof im Stadtteil Neuengroden an das künstliche kleine Gewässer.

Hier ruhen die gefallenen Marinesoldaten beider Weltkriege. Den auf See gebliebenen sind Gedenksteine errichtet. Unzählige Einzelkreuze erinnern an die für Wilhelmshaven so leidvollen Zeitabschnitte des Ersten- und Zweiten Weltkrieges.

„Seegefecht bei Helgoland“, „Skagerrakschlacht“, „Untergang Panzerschiff Deutschland“, „Verlust Schlachtkreuzer Lützow“ usw. Ein Gedenkstein neben dem anderen, aufgestellt zur Ehre der Toten. Auch hier und gerade hier werden die maritimen Wurzeln der Jadestadt sichtbar.

Kreuze, Ehrentafeln und Gedenkmonumente sind zugleich Mahnmale für die Lebenden. „Am Skagerrak-Gedenktag“, so kann man im Wilhelmshavener Heimatlexikon nachlesen, „findet hier alljährlich eine feierliche Kranzniederlegung für die Gefallenen statt“.

Möge gerade der 31. Mai 1916, der im Bewusstsein von vielen Marineangehörigen auch heute noch verglorifiziert wird, den Friedhofbesuchern verdeutlichen welcher Wahnsinn da im Skagerrak geschah. Auch wenn in der „größten Seeschlacht der Seekriegsgeschichte“ großartiges seemännisches Können seitens der Admiralität auf beiden Seiten bewiesen wurde, war der „heldenhafte Kampf auf See“, den beide Seiten danach propagandistisch als Sieg für ihr jeweiliges Land proklamierten, nichts andere als ein sinnloses Versenken von Schiffen samt ihrer Besatzungen.

Für die Zukunft bleibt zu wünschen, dass der sehr schön gestaltete Wilhelmshavener Ehrenfriedhof als würdige Gedenkstätte für die so sinnlos gefallenen Seeleute erhalten wird, doch nie wieder zur Begräbnisstätte für im Krieg gefallener Marineangehöriger werden muss.

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